Johanniskraut gegen Depressionen

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) wurde im Jahre 2019 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Ein breites Spektrum wie zur Wund- und Schmerzbehandlung sowie gegen Haut- und Magendarmbeschwerden verweist auf ihren vielfältigen Wirkmechanismus. Berühmt ist das „Herrgottskraut“ vor allem für seine antidepressive Heilwirkung. Es gilt deshalb als wirkungsvollste Heilpflanze der Welt gegen die Gemütserkrankung und ist seit den 1980er Jahren ein beliebter Forschungsgegenstand. Zahlreiche Studien belegten, dass das Johanniskraut tatsächlich gegen Depressionen helfen kann. Das ist Grund genug, uns mit der Wirkung von Johanniskraut gegen Depressionen näher zu befassen.

Der antidepressive Wirkkomplex der goldgelben Heilpflanze

Ursächlich für die antidepressive Wirkung von Johanniskraut gilt vor allem das Molekül Hyperforin, das sich an den Stempeln und Früchten der Pflanze sammelt. Dort hemmt es die Wiederaufnahme vor allem der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, aber auch von Dopamin, sodass diese im Gehirn stärker konzentriert sind. Diese Wirkweise ist denen der handelsüblichen trizyklischen Antidepressiva sehr ähnlich, während die Hemmung der Monoamin-Oxydase (MAO) mit dem Wirkmechanismus der MAO-Hemmer in Beziehung steht. Die Wirkung von Johanniskraut gegenüber der Gemütserkrankung ist also überraschend vielfältig und erstreckt sich zusätzlich auf eine Senkung des mit Stress konnotierten Cortisolspiegels und eine Steigerung des Schlafhormons Melatonins. Hier finden Sie eine Auswahl geeigneter Präparate: https://10toptest.de/vergleich/bestes-johanniskrautol/

Auch enthüllten Forscher, dass Hyperforin die Aminobuttersäure (Gaba) und L-Glutamat hemmt, was ebenfalls die Depression zu beseitigen hilft. Die Wirkungsbreite des Johanniskrauts geht damit über der von handelsüblichen Antidepressiva hinaus. Außerdem steigert das Molekül die intrazelluläre Natriumkonzentration und beschleunigt die Transportprozesse. Das Gehirn wird so besser mit wichtigen Nährstoffen versorgt, sodass Gedächtnis und Lernfähigkeit ebenfalls verbessert werden.Zudem wirkt Johanniskraut gegen Unruhe, Erschöpfung, Schlafstörungen sowie Ängste und damit gegen Beschwerden, die ohnehin in einem engen Zusammenhang mit der Depression stehen.

Weitere Inhaltsstoffe von Johanniskraut, die mit der Linderung einer Depression oder generell mit positiven gesundheitlichen Auswirkungen konnotiert sind, sind die Flavonoide, TerpeneQuercetin, Rutin, Hyperosid und die ätherischen Öle.

Die Geschichte von Johanniskraut als Mittel gegen Depressionen

Johanniskraut ist eine bereits in der Antike bekannte Heilpflanze. Im antiken Griechenland erhielt es aufgrund seiner kraft- und energiespendenden Wirkung den Namen „Mannskraft“ verliehen. Der berühmte mittelalterliche Arzt Paracelsus hielt das Johanniskraut für geeignet, die „finsteren Gespenster“ der „Phantasmata“ zu verscheuchen, die den Kranken quälen, der an der „Melancholie“ leidet. Auch im bislang ältestem klösterlichen Heilbuch, dem Lorscher Arzneibuch aus der Zeit der Karolinger um 785, wird das Johanniskraut gegen die Melancholie empfohlen. Der berühmte Universalgelehrte des 14. Jahrhunderts, Konrad von Megenberg, versah das Johanneskraut in seinem „Buch zur Natur“ mit einer starken Metapher. Er taufte die Heilpflanze Dämonenflucht, da dsie geeignet schien, die Teufel der Schwermut zu vertreiben.

Was sagen die Studien?

In der neueren Geschichte war es vor allem dem Münchner Neurologen und Psychiater Karl Daniel zu verdanken, die Heilpflanze als Mittel gegen Depression wiederzubeleben. Zwischen 1939 und 1954 unternahm er Versuche mit einer Lösung aus Hyperforin an rund 2.000 Patienten. Die Erfolge waren spektakulär und er konnte zwischen 68 % und 90 % seiner Probanden helfen. In einer australischen Studie von 2014 wurde Johanniskraut eine signifikante Wirkung gegen Depressionen bei gleichzeitig guter Verträglichkeit beschienen. Andere Studien förderten ähnliche Erkenntnisse zutage.

Vor einer allzu euphorischen Einschätzung sei allerdings gewarnt. Die meisten Experten sind sich nämlich darin einig, dass Johanniskraut zwar gegenüber einer leichten und mittelschweren Depression eine vergleichbare Wirkung wie handelsübliche Antidepressiva besitzt, aber bei einer schweren und chronischen Depression kaum bis keine Wirkung mehr hat. Dafür besitzt das Johanniskraut bei Depressionen, die mit hormonellen Schwankungen in der Pubertät und den Wechseljahren verbunden sind, sogar einen Vorteil gegenüber Antidepressiva.

Einnahme und Nebenwirkungen

Dosiert wird Johanniskraut mit 600 mg am Tag bei einer leichten und mit zweimal 600 mg am Tag bei einer mittelgradigen Depression. Bei Behandlungserfolg stellt sich die Wirkung nach zwei bis drei Wochen ein. Am bekanntesten sind als Nebenwirkungen Übelkeit und Irritationen an der Haut. Zudem gilt die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten als problematisch. Was schließlich auch gegen Depressionen helfen kann, ist viel Bewegung vor allem an der frischen Luft.